Prolog zum Jahreswechsel

Sie kommen ganz leise. Meist schon kurz nach Weihnachten. Wie kleine Fressmaden gieren sie sich heraus aus meinem Unterbewusstsein, hinein in meinen Hypocampus, und ich merke, wie sie immer mehr Besitz von mir ergreifen, je mehr sich das Jahr dem Ende nähert.

Ich hasse Silvester. Ich hasse die Menschen, die sich selbst mit guten Vorsätzen überschütten und unter der selbst-auferlegten Last nach spätestens 14 Tagen zusammenbrechen. “Ich hör auf mit rauchen”, höre ich sie sagen. Oder “ich trinke weniger Alkohol”. Oder der Klassiker “Ich muss unbedingt abnehmen”. Da wird noch schnell die letzte Kiste “Mon Cherie” von Weihnachten durch die gierigen Lefzen gezogen, während im Hintergrund im Fernsehen schon wieder der verschwitzte Tanzlehrer aus dem Osten seinen Fitnesskurs anbiedert. Warum tun sie das? Ist der Jahreswechsel wirklich so ein magischer Moment? Ein Zeitpunkt, noch einmal von vorn anzufangen? Warum eigentlich noch einmal von vorn anfangen? Hat man denn bisher alles falsch gemacht, was jetzt, wo die biologische Uhr geringfügig schneller tickt, noch ganz schnell revidiert werden muss?

Das Jahr hat nur noch wenige Stunden. Auch ich fange langsam an, über Veränderungen nachzudenken. Es war nicht alles richtig im alten Jahr. Es war aber auch nicht alles falsch. Gute Vorsätze? Für wen? Für mich? Warum? Was sollte denn verbessert werden? Der Job vielleicht? Nun gut, dort könnte man mal ansetzen. Von innen sieht ein Hamsterrad auch aus wie eine Karriereleiter. Was solls.

Dunkel ist es geworden. Menschen, die das ganze Jahr darüber jammern, dass sie mit ihrem Gehalt nicht über die Runden kommen, jagen Unmengen an Raketen in den noch viel zu jungen Nachthimmel. Wenn ich dann später das Salzbergwerk verlasse, muss ich mir sicher wieder meinen Weg bahnen, durch Unmengen von Schöpfungsteilnehmern, denen der bewusste Umgang mit Alkohol ein Fremdwort ist; morgen früh dann sicher das Gleiche. Das bringt mich zurück, zu meinem ursprünglichen Gedanken. Wieso ist Silvester für so viele Menschen so etwas besonderes? Liegt es an mir? Ist mir das Gespür für diesen scheinbar pseudo-rituellen Moment abhanden gekommen?

Ich glaube nicht. Ich weiß, was ich im nächsten Jahr ändern werde. Nichts. Alles ist gut so wie es ist. Ich bin glücklich, mit dem was ich hab. Ich habe Freunde, auf die ich mich verlassen kann. Ich habe Eltern, die mich lieben und die ich liebe. Man muss nicht unbedingt versuchen, alles zu verbessern, manchmal ist es einfach gut so, wie es ist.

 

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Der Tharandter Wald – Das Wanderparadies südlich von Dresden

Kurzer Hand hab ich heute morgen meine Tasche geschnappt und mal den Tharandter Wald besucht. Eine unendliche Vielzahl von Wanderwegen durch alte Laub- und Mischwälder verzaubern gerade jetzt im Herbst durch ihre bunten Farben. Ausgangspunkt war die ehemalige Burgruine und auch wenn von der Burg nicht mehr viel übrig ist, beeindruckt die exponierte Lage durch einen fantastischen Rundblick über die Täler und Weiten. Eine kleine Fotozusammenstellung gibt´s in der Galerie.

sb-tharandt

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